Rabbi Danya Ruttenberg zu Corona

Das, was wir gerade mit dem Corona-Virus erleben, ruft auch die Frage nach Gott auf den Plan: Was kann man dazu als gläubiger Mensch sagen? Die Rabbinerin Danya Ruttenberg (Twitter:@TheRaDR) hat dazu einen wunderbaren Thread geschrieben, den ich für die, die nicht so gut Englisch können, hier übersetzen möchte. Ich nummeriere die einzelnen Tweets durch (im Original sind sie nicht nummeriert). Der Originaltweet ist jeweils unter der Nummer verlinkt.

1. Dies [die Corona-Virus-Pandemie] ist keine Strafe oder ein Test Gottes.
Ich habe ein paar mehr Überlegungen dazu angestellt, deshalb ein Thread. 1/x

2. #Covid_19 ist als Virus durch eine evolutionäre Entwicklung entstanden (dafür gibt es eine wissenschaftliche Begründung — das ist nicht mein Fachgebiet). Der „Test“ bezog sich auf Leitung — die an der Spitze der USA versagte, aber sich machtvoll an vielen Orten der USA zeigte, auf der lokalen und der bundesstaatlichen Ebene.

3. Die Rolle, die Gott dabei spielt, besteht darin, wie wir ab jetzt handeln wollen. Die Tora gebietet uns, unseren Nächsten wie uns selbst zu lieben. Im Augenblick scheint es für diejenigen von uns, die ein geringeres Risiko haben, sich zu infizieren, darum zu gehen, penibel darauf zu achten, sich nicht anzustecken, um andere nicht zu gefährden.

4. Die Rolle, die Gott dabei spielt, besteht darin, dass wir uns um diejenigen kümmern, die verwundbarer sind, indem wir anbieten, Besorgungen für sie zu erledigen oder eine Mahlzeit vorbeibringen – darin, wie wir uns einander in einem Zeitraum zuwenden, in dem alles anstrengend und beängstigend erscheint.

5. Die Rolle, die Gott dabei spielt, besteht in unserer Einsicht, dass wir alle miteinander verbunden sind, und dass jede* von uns eine unersetzbare Offenbarung des Bildes Gottes ist. Und sie besteht in unserer Entscheidung, füreinander zu kämpfen – zur Zeit, indem wir zuhause bleiben, uns nicht umarmen, unsere Hände waschen, aber auch, indem wir unsere Abgeordneten in die Pflicht nehmen.

6. Und darin, alles zu tun, um zu versuchen, die Auswirkungen dieser Pandemie abzumildern, auf der persönlichen Ebene, der familiären, der Ebene der Gemeinde, des Systems. Alle fassen mit an. Die Rolle, die Gott dabei spielt, besteht darin, dass man zur Stelle ist.

7. Die Rolle, die Gott dabei spielt, besteht im Anzapfen des Göttlichen, im Andocken an diese großartige, schimmernde Verbundenheit, im Schöpfen von der Quelle statt aus unseren kleinen, einzelnen Ichs, im [Kraft vom Himmel] Herunterziehen statt im Ausbrennen. Darin, die Quelle zu finden, die uns Kraft gibt; wir brauchen sie so dringend.

8. Die Rolle, die Gott dabei spielt, besteht in den Traditionen und ethischen Systemen, die uns daran erinnern, dass der Schutz des Lebens das wichtigste ist, das alle anderen Entscheidungen zur Seite fegt, die wir treffen könnten. Die uns helfen, unsere Entscheidungen auf Fürsorge, Betroffenheit und Verbundenheit auszurichten.

9. Die Rolle, die Gott dabei spielt, besteht in den Menschen, die unermüdlich, selbstlos und manchmal rund um die Uhr arbeiten, um andere zu versorgen, sogar auf eigenes Risiko, weil kranke Menschen zu pflegen, bessere Tests zu entwickeln, Impfstoffe zu finden sind, und weil es getan werden muss.

10. Die Rolle, die Gott dabei spielt, besteht darin, wie wir uns treffen (ok, besser über eine Videokonferenz), um einen Ausweg aus dieser Lage zu finden, weil wir ihn finden müssen, auch wenn es schwierig ist, gerade wenn es schwierig ist.

11. Hier ein paar Gedanken zur Theodizee, wenn ihr dazu etwas wissen wollt.
Ich interessiere mich weniger dafür, woher das Leid kommt, sondern was tun wir, wenn es uneingeladen vor unserer Tür steht.
Auf welche Reserven können wir zurückgreifen? Resilienz (Widerstandsfähigkeit)? Fürsorge und Liebe und Mut und Risikobereitschaft?

[Diesen Thread übersetze ich hier nicht]

12. Und falls es hilft, hier ein paar Gedanken zur Hoffnung, an der wir weiter festhalten müssen. Halte fest an diesem Licht und lass es nicht los. Was nicht heißt, alles wird gut, oder dass keine Menschen sterben. Es bedeutet: Kämpft gegen die Verzweiflung an.

[Diesen Thread übersetze ich hier auch nicht]

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