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Archiv für den Monat April 2018

Versuch, den Predigttext für den Sonntag Jubilate, 2.Korinther 4,16-18, mit Hilfe der „Laws of Form“ zu analysieren (so gut ich es eben verstehe).

Der griechische Text:
Διὸ οὐκ ἐγκακοῦμεν, ἀλλ’
εἰ καὶ ὁ ἔξω ἡμῶν ἄνθρωπος διαφθείρεται,
ἀλλ’ ὁ ἔσω ἡμῶν ἀνακαινοῦται ἡμέρᾳ καὶ ἡμέρᾳ.
τὸ γὰρ παραυτίκα ἐλαφρὸν τῆς θλίψεως ἡμῶν
καθ’ ὑπερβολὴν εἰς ὑπερβολὴν αἰώνιον βάρος δόξης κατεργάζεται ἡμῖν,
μὴ σκοπούντων ἡμῶν τὰ βλεπόμενα
ἀλλὰ τὰ μὴ βλεπόμενα·
τὰ γὰρ βλεπόμενα πρόσκαιρα,
τὰ δὲ μὴ βλεπόμενα αἰώνια.

Übersetzung:
Darum werden wir nicht müde, sondern,
wenn auch unser äußerer Mensch zugrunde geht,
wird unser inner doch täglich erneuert.
Denn die leichte Last unserer gegenwärtigen Probleme
wirkt für uns eine übermäßige Fülle ewiger Herrlichkeit,
die wir nicht achten auf das Sichtbare,
sondern auf das, was man nicht sehen kann.
Denn das Sichtbare ist vergänglich,
was man aber nicht sehen kann, ist ewig.

Struktur:

außen  -> vergeht
das Sichtbare -> vergänglich
die leichte Last der Probleme

vs.

die Fülle der Herrlichkeit
das Unsichtbare -> ewig
innen -> wird erneuert

These:

Glauben/Religion haben bedeutet, zu unterscheiden.
Wie wäre dann das Spezifische dieser Unterscheidung im Gegensatz zu anderen Unterscheidungen zu bestimmen?

Aus den Reaktionen auf meinen Blogpost auf Twitter, vor allem denen von @RolfTodesco:

habe ich erkannt, dass das, was mich „getriggert“ hat, der erste Satz des Wikipediaartikels über die LoF war: „Der Ausgangspunkt von Spencer-Brown ist die logische Form der Unterscheidung.“ Ich habe festgestellt, dass Paulus Unterscheidungen vornimmt und gedacht, sie ließen sich mit Spencer-Browns Regeln analysieren. Dann habe ich gelernt, dass die Art, wie ich diese Regeln anwenden wollte, eigentlich von Luhmann stammt:

Weitergebracht hat mich die Frage, was das Spezifische der religiösen Unterscheidung ist, und das ist der Rekurs auf die Schrift als Kriterium (in der Form des Kanons sogar in doppelter Weise!). Was dann dieser Versuch konkret „gefruchtet“ hat ist die Erkenntnis, dass der Glaube eine Technik, eine Methode, ist.

Diese Predigt ist dabei herausgekommen.

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