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Archiv für den Monat Oktober 2014

Ich finde diese Anregung von Antje Schrupp so wichtig, dass ich sie hier reblogge. Meine Großmutter hat das zweite Gebot ständig zitiert, und zwar in dem von Antje Schrupp zu recht kritisierten Verständnis, man dürfe nicht „Oh Gott“ oder ähnliches sagen. Aber seit meine Oma mir den Respekt vor dem zweiten Gebot einschärfte, geht es mir nicht aus dem Kopf – und auch nicht die Frage, wie ich es als Pfarrer wagen kann, im Namen Gottes zu sprechen oder in Predigten etwas von Gott zu behaupten, das ich zwar aus der Bibel habe, aber mit meinen Augen, mit meiner Brille gelesen. Antje Schrupp bringt das Problem auf einen nachdrücklichen und nachdenklich machenden Punkt. Dafür vielen Dank!

Gott und Co.

Es ist besser, gar nicht über Gott zu sprechen als falsch.

Dieser Gedanke geht mir schon seit einiger Zeit im Kopf herum. Denn ich finde, gerade wir Gläubigen spielen oft die Gefahren herunter, die es bedeutet, wenn das zweite Gebot missachtet wird:

Du sollst den Namen Gottes nicht missbrauchen.

Leider wird der Name Gottes unerträglich oft missbraucht. Als Kind habe ich dieses Gebot auch völlig falsch erläutert bekommen. Es würde bedeuten, so wurde mir gesagt, dass ich das Wort „Gott“ nicht achtlos aussprechen soll, zum Beispiel in so Redewendungen wie „Herrgottnochmal“ oder „Oh mein Gott“.

Aber daran ist ja überhaupt nichts Schlimmes. Das Wort Gott wird missbraucht, wenn Menschen sich auf Gott berufen, um etwas Falsches zu rechtfertigen. Das ist eine der schlimmsten Sünden überhaupt, und sie wird gerade dann begangen, wenn das Wort „Gott“ nicht achtlos und nebenbei ausgesprochen wird, sondern im Gegenteil ganz bewusst und mit Emphase.

Der „Islamische Staat“, der uns gerade mit…

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@Kokuku hat mir ein Blogstöckchen zugeworfen:https://kokuku.wordpress.com/2014/10/14/ein-blockstockchen-dankeschon-dgh_de/ Das ehrt mich, und ich will versuchen, su gut ich kann darauf zu antworten. Ich bin aber so frei, nicht meinerseits elf Twitterer um ihre Antworten zu bitten.

1. Warum bist Du bei twitter?

Ich habe hier: https://mitredner.wordpress.com/2014/01/22/twitter-ein-aufgesang/ und hier: https://mitredner.wordpress.com/2014/01/24/ein-pfarrer-auf-twitter/ sehr ausführlich auf diese Frage geantwortet. Deshalb zitiere ich mich einfach selbst: “Was mich am meisten an Twitter (wie an den anderen Social Media) reizt, ist das, was @ballkultur als “kooperative Webgesellschaft” beschreibt und über die er an der TU Braunschweig lehrt. Die nächste Gesellschaft beginnt hier, und ich schreibe daran mit – “Ins-Internet-Schreiben als Bürgerpflicht” (Gerald Fricke).”

2. Wie lange bist Du schon dort – und was ist Dein Fazit?

Uh – keine Ahnung. Ich habe mal vor 4 oder 5 Jahren als @riddagshau angefangen, da war ich Pfarrer in Riddagshausen bei Braunschweig. Durch Umzug nach Thüringen habe ich mich in @seiningen umbenannt, und irgendwann hatte ich das Gefühl, ich brauche eine Social-Media-Pause. Ich löschte alle meine Accounts bei Twitter, Path, Pinterest, Facebook, Instagram und behielt nur meine Blogs. Ein paar Twitterer haben mir “nachgeweint”, was mir leid tat und zeigte, dass doch so etwas wie “Beziehungen” auf Twitter gewachsen waren. Anfang diesen Jahres merkte ich, dass mir Twitter fehlt und ich nicht länger darauf verzichten möchte; seitdem bin ich wieder dabei. Was mich besonders freute, war, dass die “alten Bekannten” mich nach über einem Jahr Abwesenheit wiedererkannten.

Mein Fazit: Man sollte sich sehr genau überlegen, was man von Twitter will und von seinen Followern erwartet, sonst wird man schnell enttäuscht. Auf jeden Fall sollte man viel Ausdauer mitbringen, was die Reaktion auf Tweets angeht – falls man (wovon ich hier mal ausgehe) eine erhofft oder gar erwartet. Was ich erst lernen musste, war, dass es “Verbindlichkeit” auf Twitter nicht gibt; niemand fühlt sich hier zu etwas verpflichtet, schon gar nicht zu einer Antwort. Noch eine Erfahrung: Wenn man sich, wie ich, ohne Freunde/ Bekannte aus dem RL ins Twitterverse aufmacht, ist man manchmal ziemlich einsam …

3. Bist Du in anderen Netzwerken aktiv? Welche empfiehlst Du?

Ich habe fast alle ausprobiert, einfach aus Neugier. Ich habe es nicht geschafft, in mehr als einem aktiv zu sein. Ich finde diaspora nach wie vor sehr interessant, bin auf google+, weil ich ein Google-Konto habe, und auf quitter, weil das möglicherweise eine Alternative ist, sollte Twitter den Weg von Facebook gehen. Meine Empfehlung: viel ausprobieren und dann das Netzwerk nutzen, das den eigenen Gewohnheiten/ Bedürfnissen am meisten entgegenkommt. Wer die Zeit oder Disziplin hat, ist auf mehreren, sonst eben nur auf einem Netzwerk, mit neugierigen Abstechern in das eine oder andere neue.

4. Hast Du einen Lieblingskünstler(in)? Wenn ja, wer und warum?

Eine??? Ich kann mich unmöglich auf eine festlegen. Ich habe jede Menge Lieblingskünstlerinnen, und selbst eine Liste aller, die mir einfielen, wäre nicht vollständig. Ich schreib trotzdem mal ein paar auf:
Malerei: O’Keeffe, van Gogh, Hopper, Nolde, Turner, Cezanne, Matisse, Bissier, Feininger
Performance/Bildhauerei/Foto: Giacometti, Abramovic, Chicago, Sherman
Schriftsteller: Joyce, Salinger, O’Brien, Pynchon, Jean Paul, Brecht, Weiß, Neruda, Gernhardt, Morgenstern, Ringelnatz
Musik: Waits, Jarrett, Mitchell, Metheney, Davis

Warum? Lieblingskünstlerin ist jede, deren Werk mich berührt, sich mir einprägt, ein Teil von mir wird. Ich lebe in Text-, Bild- und Klangwelten. Zu dem, was ich erlebe oder fühle, hat eine Künstlerin einen prägnanten Ausdruck gefunden, deshalb fallen mir quasi ununterbrochen Melodien, Texte, Bilder ein. Und ich liebe es, neue Künstlerinnen zu entdecken – am liebsten solche, die nicht jede kennt.

5. Welche Ausstellung (oder Theaterstück, Konzert) hat Dich in diesem Jahr am meisten beeindruckt? Weil?

Feiningers “Roten Turm” sah ich in der Moritzburg in Halle. Das Gemälde hat mich angezogen, ohne dass ich sagen könnte, warum. Ich kannte etliche Werke von Feininger, v.a. seine Segelschiffe, fand die aber zu verspielt. Im roten Turm aber und auch beim Dom rückt einem die Architektur unmittelbar auf den Pelz, eine tolle Komposition, und die Farben!

6. Welches nächste Reiseziel hast Du? Was möchtest Du dort unbedingt sehen, machen?

Irland, Dublin, dort auf Joyce’s und O’Briens Spuren wandeln.

7. Welches Buch liest Du gerade oder möchtest Du sehr bald lesen?

Ich lese leider immer mehrere Bücher gleichzeitig. Aktuell: von Schirach, Tabu; Pynchon, Mason & Dixon; Kermani, Poetologie-Vorlesung; Irving, In one Person. Ich freue mich auf Pynchon, Bleeding Edge.

8. Welches Buch würdest Du gern schreiben? Thema? Titel?

Siehe: http://basishomiletik.wordpress.com 😉

9. Welches (politische) Thema bewegt Dich? Was macht Dir Mut, was bereitet Dir Sorge?

Pazifismus und Nachhaltigkeit/ Umweltschutz. Mut machen mir Berichte über Initiativen/ Einzelpersonen, die im Kleinen nachhaltige Strukturen schaffen wie z.B. die Permakultur-Bewegung. Ich setze großes Vertrauen in solche Graswurzel-Unternehmungen und wenig in große Pläne und Umwälzungen.
Sorge bereitet mir die komplette Verwertung unserer Lebenswelt einschl. unserer selbst durch das herrschende Wirtschaftssystem, die fehlende Einsicht in die Begrenztheit unserer Ressourcen und die Fragilität unseres Planeten, das fehlende Mitgefühl gegenüber den Notleidenden und die fehlende Bereitschaft, unseren Wohlstand mit ihnen zu teilen.

10. Welche Bedeutung haben Kunst und Kultur für Dich?

Ohne sie wäre das Leben nicht lebenswert. Ohne sie gäbe es keine Zivilisation. Ohne sie würden wir uns und andere nicht verstehen.

11. Welchen Traum möchtest Du gern verwirklichen?

Ein kleines Haus mit Garten in der Basilicata.

Der zweite Beitrag von Mooseallain beschreibt sehr gut, warum Twitter für manche (auch für mich) ein unentbehrliches Medium geworden ist – und dass es nicht Eitelkeit sein muss, wenn man sich für Retweets und Favs interessiert.

The World of Moose

A dull blog. But necessary for technical reasons. If you’re reading it, it’s very likely that I’ve sent you a link so I don’t have to explain myself on twitter.

Every now and then I like to have a bit of a moan about my beloved twitter website and its apps. Partly because I’m a human man but also because I care about twitter and how it works and also I’ve got nothing better to do.

I recently moaned about the number of promoted tweets (it’s around 1 in 10 for me now) on the native twitter apps. Inevitably I get replies saying „Don’t use it then“ or „Try this app instead“ etc.

Now, the thing is, I know these are well intentioned and meant to be helpful, so thank you for that. However, what they all seem to miss is that we each use and experience twitter in different…

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Alle Twitter-Userinnen fragen sich regelmäßig, was Twitter ist, und sie tun das laut – natürlich auf Twitter. Manchmal häufen sich in meiner Timeline Tweets, die mit „Twitter ist“ beginnen. @mooseallain hat zwei sehr schöne Posts über Twitter geschrieben, die ich hier reblogge. Der erste handelt von einem „Tabuthema“, dem Entfolgen:

The World of Moose

I suspect that a lot of you reading this will think it’s a load of Ed Balls. I hope that it will resonate with some of you, at least.

As a full-time resident of twitter I am naturally fascinated with its workings and how other people do their twitter, because we all do it our own way. I’ve noticed there is one area which always evokes a variety of responses, and that’s being unfollowed. And talking about being unfollowed – which I do occasionally – is almost a taboo.

I’ll level with you here. I am interested in getting more followers. There. I’ve said it. Yes, I do want RTs. I confess: I do want people to like me. That makes me a terrible person, doesn’t it? Well, no, I don’t think it does. You see, I make art for a living. I’m a creative person and like almost every…

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